Der Begriff "Marte Meo" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet  "aus eigener Kraft". Die Niederländerin Maria Aarts entwickelte Marte Meo in den 70er Jahren. Ursprünglich, um Eltern eine Möglichkeit zu geben, mit ihren autistischen Kindern in einen entwicklungsunterstützenden Kontakt zu treten. Es stammt aus der jahrzehntelangen Beobachtung grundlegender Kommunikationselemente. Mittlerweile wird das Marte-Meo- Programm weltweit in über 43 Ländern in unterschiedlichsten  sozialen Arbeitsfeldern erfolgreich angewendet. Es wird hier mit Hilfe von Video-Sequenzen die im normalen Arbeitsalltag gedreht werden, ein unterstützendes Kommunikationsverhalten trainiert. Auch im Bereich der Altenpflege hat sich die Methode in Deutschland und im europäischem Ausland in unterschiedlichen Einrichtungen bewährt.

Eine Entwicklung aus eigener Kraft wird dann möglich, wenn Menschen an der Stelle, an der sie gerade stehen, abgeholt werden. Der Fokus liegt auf den gelungenen Momenten und positiven Aspekten im Kommunikationsprozess. Die Bedeutung eigener kleiner, alltäglicher Gesten und Handlungen für das Wohlbefinden unserer Bewohner wird im Bild deutlich. Mitarbeitend werden so motiviert und in die Lage versetzt, diese gezielt einzusetzen. Letztendlich führt der Prozess zu einer Wertschätzung der eigenen Arbeit und somit zu einem "Anti- Burnout- Effekt". Mit dieser Methode besteht ebenso die Möglichkeit, herauszufinden und zu verstehen, welche Botschaft und welche Bedürfnisse hinter einem "herausforderndem Verhalten" seitens eines Bewohners stehen. So werden die Handlungsspielräume der "Profis" erweitert und nicht zuletzt die Gefahr der "Gewalt in der Pflege" vermieden.

Basiselemente der Kommunikation nach Marte Meo:
Vermittelt werden praktische Handlungsschritte und deren Auswirkungen auf den Bewohner, z.B. welche Auswirkungen hat mein gutes Gesicht im Umgang mit dem Bewohner, welch Nähe/ Distanz braucht mein Gegenüber, um mich wahrzunehmen, welcher Geschwindigkeit einer Sprache und meines Handelns kann er noch folgen? Wie gelingt mir ein guter Anschuss zu diesem Bewohner, damit er mitmacht?

Im Fritz- Heuer- Heim wird Marte Meo fachübergreifend geschult und eingesetzt. Nicht nur alle "Hauptamtlichen", sondern auch unsere Angehörigen als wichtige Bezugspersonen sowie ehrenamtlich Tätige und Schüler werden mit den Elementen der Methode vertraut gemacht. Dies führt zu einer gemeinsamen Grundhaltung in Bezug auf das Miteinander im Haus. Es wird ein positives Klima zwischen Bewohnern, Mitarbeitern und Angehörige geschaffen. Voraussetzung ist hierbei, dass alle gedrehten Filme, die außerhalb des reinen Ausbildungsprozesses oder ggf. außerhalb des Heimes gezeigt werden, im Vorhinein durch den Bewohner bzw. seinen Bevollmächtigten/ Betreuer genehmigt sind.Die Verankerung der Methode besteht im Leben und Anwenden der Interaktionselemente nach Marte Meo im Haus. Es existiert ein regelmäßig stattfindender Qualitätszirkel, in dem nach Abschluss der Ausbildung z.B. aktuelle Filme besprochen werden, Erfahrungen mit der Methode ausgetauscht  oder Vorschläge für bewohnerbezogene Planungen und Fallgespräche angeregt werden. Die "Marte-Meo-Sprache" findet in Planungen Berücksichtigung. In Angehörigen- und Fallgesprächen werden ggf. Filmsequenzen zur Erläuterung/ Einschätzung eines Sachverhaltes eingesetzt. Ausgebildete Marte-Meo Trainer stehen zur Verfügung, um einzelne Kollegen, Ehrenamtliche, Schüler oder Angehörige in einem Prozess zu schulen. Während Angehörigenabende und Treffen der Ehrenamtlichen wird regelmäßig auf die Methode und auf Fortbildungsmöglichkeiten hingewiesen.Bei Bedarf werden Basis- und Aufbaukurse im Haus angeboten.

Ev. Altenzentrum Fritz-Heuner-Heim

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Silke Degenhardt
Marte Meo

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