Am Freitag, 12. Juni 2026, wurde der renovierte Raum durch die Diakonie, die Förderer des Projektes, die Stadt und die Gemeinde eingeweiht. Nutzerinnen und Nutzer sollen sich dort nicht nur als Hilfesuchende erleben, sondern als Menschen angenommen fühlen.
Ein „Wohnzimmer auf Zeit“ bietet ihnen einen respektvollen Raum, der durch begleitende Angebote wie Beratung, soziale Unterstützung und Alltagsstrukturierung Perspektiven für ein dauerhaftes eigenes Zuhause eröffnet. Möglich wurde die Renovierung des Raumes im Gemeindezentrum St.-Georg durch viele Unterstützerinnen, darunter der Verein "Dach über dem Kopf e.V.", die Bürger- und Kulturstiftung der Sparkasse an der Lippe sowie die Ev. Kirchengemeinde Lünen. Gemeinsam mit ihnen haben Diakonie und die Stadt Lünen den Tagesaufenthalt nun eigenweiht. „Keine Verwahrungsstelle, sondern ein echtes Wohnzimmer für die, die keines haben, ein Ort für die Schwächsten, der in Qualität und Ausstattung dem entspricht, was man sich auch für das eigene Zuhause wünscht“, erklärte Diakonie-Geschäftsführer Pfarrer Niels Back die Neugestaltung des Raumes.
Doch was macht aus einem reinen Aufenthaltsraum einen wirklichen Rückzugsort, der Nutzerinnen und Nutzer würdevoll willkommen heißt? Bis zu 30 Menschen nutzen das Angebot pro Tag, um sich aufzuwärmen oder der Sonne zu entfliehen, sich mit einer Mahlzeit zu versorgen, sich auszutauschen oder den Tag zu gestalten. Die angeschlossene Beratungsstelle der Diakonie bietet konkrete Hilfsangebote, um den Weg aus der Wohnungslosigkeit zu schaffen. „Der Tagesaufenthalt ist häufig der erste Einstieg in diese Hilfen", so Susanne Thoma, Leiterin der Wohnungslosenhilfe Lünen der Diakonie. Anfangs bestand der Raum an der Pfarrer-Bremer-Straße 6 aus gespendetem Mobiliar, ein Wasserschaden hatte ihn im vergangenen Jahr stark beschädigt, so dass umfangreiche Reparaturarbeiten ausgeführt werden mussten. Bequeme Sessel und kleine Tische für persönliche Ruhe-Orte, warmes Licht und wohnliche Farben, die den Raum freundlich machen, stabile, schöne Stühle für gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche, Teppiche und Bücherregale, die Gemütlichkeit und Kultur vermitteln, prägen heute den Raum. „Hier hat sich Lünen wirklich von seiner sozialen Seite gezeigt. So etwas hochwertiges wie dieser Raum kann nur entstehen, wenn die richtigen Leute sich dafür einsetzen und an einem Strang ziehen. Eine hervorragende Zusammenarbeit“, fasste Beate Lötschert, Fachbereichsleitung „Wohnen, Soziales und Inklusion“ der Stadt Lünen, die abgeschlossenen Arbeiten und den Einsatz von Spenden für den Raum zusammen.
Seit über 40 Jahren begleitet, berät und unterstützt die Diakonie in Lünen wohnungslose Menschen auf dem Weg zurück in ein gesichertes Leben in eigenem Wohnraum. Seit 2025 ist sie zudem Träger der Männerübernachtungsstelle, der Tagesaufenthalt im St.-Georg-Gemeindezentrum gehört seit 2022 zum Angebot der Wohnungslosenhilfe der Diakonie in Lünen. Hier finden wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, neben der reinen Aufenthaltsgelegenheit, zu festen Öffnungszeiten Schutz vor Kälte, Hitze und Diskriminierung. Dazu gibt es ein Versorgungsangebot und Zugang zu weiterführenden Hilfen.
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Ein Wohnzimmer für die, die keines haben: Diakonie öffnet renovierten Tagesaufenthalt in Lünen
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