Damit sollen die Angebote der insgesamt 23 lokalen Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen gestärkt und weiterentwickelt werden.
Mit der Bereitstellung der Fördermittel schafft die Landesregierung eine wichtige finanzielle Entlastung für die Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen. Aus den Mitteln können beispielsweise wichtige Ausstattungsgegenstände oder auch nötige Renovierungs- und Umbauarbeiten in den einzelnen Standorten finanziert werden.
„Die Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen und ihre vielen Ehrenamtlichen leisten tagtäglich einen wichtigen Beitrag für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Als Anlaufstellen für hilfesuchende Reisende, vor allem in der Mobilitätsunterstützung, haben die Bahnhofsmissionen eine großartige Tradition. Für diese Hilfe genießen sie zu Recht Vertrauen und Wertschätzung vieler Reisender. Mehr und mehr leisten die Ehrenamtlichen dort zudem Lebens- und Krisenhilfe in akuten Notsituationen und schaffen Orte gegen Einsamkeit. Mit viel ehrenamtlichem Engagement sind sie ein Musterbeispiel für eine solidarische Gesellschaft, die zusammenhält und jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit unterschiedslos annimmt. Mit unserer Unterstützung wollen wir ein Stück weit dazu beitragen, dass die Bahnhofsmissionen ihre Arbeit unter stabilen Bedingungen fortsetzen können“, erklärt Minister Laumann.
Die Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Während die Zahl der Hilfeleistungen sowie die Betriebskosten steigen, gehen die Spendeneinnahmen zurück. Zudem gilt es, neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Die Förderung landesweiter Schulungen, von Fachveranstaltungen und Netzwerkarbeit soll nicht zuletzt die öffentliche Sichtbarkeit und die Fundraising-Strukturen stärken. Generell falle auf, sagt Christina Wittler, die stellvertretende Leiterin der Dortmunder Bahnhofsmission, dass einerseits die Bedarfe in den Bahnhofsmissionen ständig steigen würden. Und die Herausforderungen werden zunehmend komplexer, Stichworte: Schulden, Sucht, Sprache. „Wir haben hier manchmal Gäste, da wissen wir gar nicht, was wir zuerst machen sollen“, sagt Wittler. Das aktuell größte Problem sei Wohnungslosigkeit oder drohende Obdachlosigkeit. Und obwohl in der Bahnhofsmission ein strenges Alkohol- und Drogenverbot gelte, habe ihr Team quasi täglich mit Gästen zu tun, die aggressiv seien oder ausfällig werden. „Die psychosozialen Einschränkungen haben deutlich zugenommen“, sagt Christina Wittler.
„Wir danken der Landesregierung, insbesondere dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, für die Förderung der 23 Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen und freuen uns, dass die Landesregierung die Bedeutung der Bahnhofsmissionen mit ihren vielfältigen Angeboten und Hilfen vor Ort anerkennt. Etwa eine Million Unterstützungen leisten die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden der Bahnhofsmissionen pro Jahr – allein in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Geld aus dem Landeshaushalt können zum Beispiel neue Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt oder die Ehrenamtsarbeit besser gefördert werden“, erklärt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL.
Pfarrer Niels Back, Geschäftsführer des Diakoie Dortmund und Lünen, berichtete dem Minister, was er mit dem Fördergeld machen möchte: „Im Sommer heizen sich die Räume unserer Bahnhofsmission stark auf. Deshalb werden wir neue Rollos kaufen. Außerdem bauen wir auf der dem Gleis zugewandten Seite ein Vordach.“ Oft gebe es so viel Andrang, dass die Menschen auch bei Regen und Kälte draußen vor der Bahnhofsmission warten würden. Das soll sich bald ändern.