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Aktuelles aus der Diakonie

03.12.2016 13:36 Alter: 351 days

„Wenn es kalt wird, zeigen Sie Herz!“ - Diakonie-Wohnungslosenhilfe will auf Hilfen in der Kälte hinweisen


Herz zeigen! - Fotos: Stephan Schütze

In jedem Jahr beschäftigen sich die Diakonie, die Stadt und immer auch die Medien mit dem Problem wohnungsloser Menschen im Winter, wenn die Temperaturen weit unter die Frostgrenze gehen. Alle fragen sich dann, wie Überleben auf der Straße überhaupt möglich ist. Die Diakonie in Dortmund will nun auf diese Problematik aufmerksam machen, am Anfang des Winters, noch bevor die tiefen Minusgrade das Problem in die öffentliche Wahrnehmung bringen.

Die Zentrale Beratungsstelle (ZBS) für wohnungslose Menschen in der Rolandstr. 10 hat erneut eine Karte produziert, die auf Aufwärm-, Unterkunfts- und Versorgungsmöglichkeiten für Wohnungslose hinweist – verbunden mit einem diesmal herzförmigen Handwärmer. „Wenn es zu kalt wird, zeigen Sie Herz!“ – mit dem auf der Karte aufgeklebten Handwärmer gibt es wenigsten für 20 Minuten Wärme und die Hinweise auf Möglichkeiten, sich vor der Kälte zu schützen.



Mit unserer „Herz“-Aktion wollen wir aufmerksam machen auf die Situation wohnungsloser Menschen in Dortmund, die ohne Unterkunft auf der Straße leben. Wir wollen beitragen, dass diese Menschen die vorhandenen Hilfsangebote in Dortmund finden und sie motivieren, diese auch zu nutzen. Wir wollen die Bevölkerung für die Schwierigkeiten dieser Menschen sensibilisieren und sie bitten, nicht wegzuschauen, sondern aufmerksam zu sein und betroffene Menschen auf die Hilfsangebote hinzuweisen.

Die Karte ist gedacht für wohnungslose Menschen und wird in der ZBS und z. B. von den Krankenschwestern der Aufsuchenden medizinischen Hilfen bei ihren Rundgängen verteilt. Sie soll aber auch aufmerksamen Mitbürgern etwas „an die Hand geben“, denen in kalten Zeiten auf der Straße lebende Menschen auffallen. Alles in allem eine symbolische Aktion mit Hinweisen auf konkrete Unterstützung für die Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf der Straße, auf Parkbänken, in Abrisshäusern, unter Brücken leben übernachten müssen.

Hintergrundinformationen:
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) benennt einen drastischen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland: 2014 waren ca. 335.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung - seit 2012 ist dies ein Anstieg um ca. 18%. Die Zahl der Menschen, die „Platte machen“, die also ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, stieg seit 2012 um 50 % auf ca. 39.000 in 2014 (ca. 26.000 in 2012).
Die BAG W prognostiziert bis 2018 sogar einen weiteren Zuwachs um 200.000 auf dann 536.000 wohnungslose Menschen. Das wäre eine Steigerung um ca. 60 %. „Dabei spielt die wachsende Zuwanderung von EU-Bürgern und Asylbewerbern zwar eine Rolle als Katalysator und Verstärker, die wesentlichen Ursachen liegen jedoch in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit einer unzureichenden Armutsbekämpfung.“ So die BAG W.

Das Hilfeangebot der Zentralen Beratungsstelle für wohnungslose Menschen (ZBS) richtet sich an wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen und Männer. Es handelt sich dabei vorwiegend um unterversorgte bzw. vom Regelversorgungssystem ausgegrenzte Einzelpersonen oder Einpersonenhaushalte.
Ihre besonderen Lebensverhältnisse können zu sozialen Schwierigkeiten, vor allem in der Familie, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz, führen, so dass eine Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft nicht möglich oder erheblich beeinträchtigt ist und sie diese Schwierigkeiten aus eigenen Kräften und Mitteln nicht überwinden können.
Das Leistungsangebot orientiert sich an den vorhandene Eigenkompetenzen und Ressourcen des Hilfe suchenden Leistungsempfängers.

Neben der konkreten existenzsichernden Beratung durch erfahrene Sozialarbeiter werden folgende Angebote vorgehalten:

-    Tagesaufenthalt (Brückentreff)
-    Ambulant betreutes Wohnen
-    Wohntraining
-    Aufsuchende medizinische Hilfe
-    Krankenwohnungen

Im laufenden Jahr wurden bisher schon 1584 Menschen in der ZBS betreut was jetzt schon eine Steigerung um rund 100 Personen im Vergleich zum Vorjahr ist. Von denen leben ca. 15 – 20% ganz ohne Unterkunft also auf der Platte, das waren in 2016 bislang ca. 230 - 320 Personen. Ansonsten halten sich viele bei Bekannten, Familie- soweit vorhanden - oder in den Übernachtungsstellen für Frauen und Männer auf. Zunehmend wird es schwierig, für diese Menschen einen bezahlbaren Wohnraum zu finden.

 

04.12.2016/tb