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Aktuelles aus der Diakonie

08.12.2015 13:40 Alter: 2 yrs

„Wenn es kalt wird, greifen Sie zu den Sternen“ - Diakonie-Wohnungslosenhilfe will auf Hilfen in der Kälte hinweisen


Auf dem Foto:

In jedem Jahr beschäftigen sich die Diakonie, die Stadt und immer auch die Medien mit dem Problem wohnungsloser Menschen im Winter, wenn die Temperaturen weit unter die Frostgrenze gehen. Alle fragen sich dann, wie Überleben auf der Straße dann überhaupt möglich ist. Die Diakonie in Dortmund will nun auf diese Problematik aufmerksam machen, am Anfang des Winters, noch bevor die tiefen Minusgrade das Problem in die öffentliche Wahrnehmung bringen.

Die Zentrale Beratungsstelle (ZBS) für wohnungslose Menschen in der Rolandstr. 10 hat eine Karte produziert, die auf Aufwärm-, Unterkunfts- und Versorgungsmöglichkeiten für Wohnungslose hinweist – verbunden mit einem sternförmigen Handwärmer. „Wenn es zu kalt wird, greifen Sie nach den Sternen“ – mit dem auf der Karte aufgeklebten Handwärmer gibt es wenigsten für 20 Minuten Wärme und die Hinweise auf Möglichkeiten, sich vor der Kälte zu schützen.

Mit unserer „Sternen“-Aktion wollen wir aufmerksam machen auf die Situation wohnungsloser Menschen in Dortmund, die ohne Unterkunft auf der Straße leben. Wir wollen beitragen, dass diese Menschen die vorhandenen Hilfsangebote in Dortmund finden und sie motivieren, diese auch zu nutzen. Wir wollen die Bevölkerung für die Schwierigkeiten dieser Menschen sensibilisieren und sie bitten, nicht wegzuschauen, sondern aufmerksam zu sein und betroffene Menschen auf die Hilfsangebote hinzuweisen.

Die Karte ist gedacht für wohnungslose Menschen und wird in der ZBS und z. B. von den Krankenschwestern der Aufsuchenden medizinischen Hilfen bei ihren Rundgängen verteilt. Sie soll aber auch aufmerksamen Mitbürgern etwas „an die Hand geben“, denen in kalten Zeiten auf der Straße lebende Menschen auffallen. Alles in allem eine symbolische Aktion mit Hinweisen auf konkrete Unterstützung für die Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf der Straße, auf Parkbänken, in Abrisshäusern, unter Brücken leben übernachten müssen.

Die Diakonie ruft auf: „Seien Sie aufmerksam! Wenn Sie wohnungslose Menschen sehen, die hilflos oder in einer Notsituation sind, setzen Sie die Polizei in Kenntnis, wählen Sie den Notruf 110! Alarmieren sie bei akuter gesundheitlicher Gefährdung den Rettungsdienst 112!“  



Etwas zum Hintergrund:

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslose (BAG) schätzt: 335.000 Menschen waren im Jahr 2014 in Deutschland ohne Wohnung und prognostiziert eine Steigerung bis 2018 auf mehr als ein halbe Million. Nach Kenntnis der BAG sind in den letzten 22 Jahren mindestens 278 Wohnungslose erfroren. Schätzungsweise sind ca. 24.000 Menschen von Kälte besonders bedroht, da sie ganz ohne Unterkunft im Freien leben und übernachten.

Das Hilfeangebot der Zentralen Beratungsstelle für wohnungslose Menschen der Diakonie in Dortmund richtet sich an wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen und Männer. Es handelt sich dabei vorwiegend um unterversorgte bzw. vom Regelversorgungssystem ausgegrenzte Einzelpersonen oder Einpersonenhaushalte. Ihre besonderen Lebensverhältnisse können zu sozialen Schwierigkeiten, vor allem in der Familie, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz führen, so dass eine Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft nicht möglich oder erheblich beeinträchtigt ist und sie diese Schwierigkeiten aus eigenen Kräften und Mitteln nicht überwinden können. Das Angebot der ZBS orientiert sich an den vorhandenen Fähigkeiten und Möglichkeiten des hilfesuchenden Wohnungslosen.

Neben der konkreten existenzsichernden Beratung durch erfahrene Sozialarbeiter werden folgende Angebote vorgehalten:

-    Tagesaufenthalt (Brückentreff)
-    Ambulant betreutes Wohnen
-    Wohntraining
-    Aufsuchende medizinische Hilfe
-    Krankenwohnungen

Im Jahr 2014 wurden durch die ZBS insgesamt 1504 Personen betreut. Von denen lebten ca. 15 – 20% ganz ohne Unterkunft (also auf der „Platte“), das waren in 2014 ca. 220-300 Personen. Ansonsten halten sich viele meist in prekären Verhältnissen bei Bekannten, Familie - soweit vorhanden - oder in den Übernachtungsstellen für Frauen und Männer auf. Zunehmend wird es schwierig für diese Menschen, einen bezahlbaren Wohnraum zu finden. Diese hohen Zahlen bestätigen sich leider auch im aktuellen Jahr. In 2015 wurden bislang ca. 1400 Personen bin der ZBS betreut.

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8.12.2015/rr