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05.09.2012 11:53 Alter: 5 yrs

Unzähligen Frauen zu einem menschenwürdigem Leben verholfen - Jutta Geißler-Hehlke verabschiedet sich von der Mitternachtsmission


Jutta Geißler-Hehlke (rechts) verabschiedete sich Ende August in den Ruhestand. Links ihre Nachfolgerin Andrea Hitzke.

DORTMUND – Erst jetzt spüre sie, welch  enormer Wechsel für sie bevorstehe.  Mit diesen Worten verabschiedete sich Jutta Geißler-Hehlke, die scheidende Leiterin der Mitternachtsmission, in der Petrikirche. An ihr Team gewandt, formulierte sie: „Ihr seid ein Teil meines Lebens.“  33 Jahre lang war Geißler-Hehlke in der Mitternachtsmission engagiert, mehr als 20 Jahre war sie deren Leiterin.  Manchmal habe man den Eindruck gewonnen, sie „sei die Mitternachtsmission“, so Paul-Gerhard Stamm, Superintendent und Vorsitzender des Vereins Dortmunder Mitternachtsmission, in seiner Laudatio.

Die Petrikirche war bei ihrem Abschied gefüllt wie sonst an Weihnachten. Vertreter von Kirche und Diakonie, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft waren gekommen. Das allein zeige „eine Wertschätzung, wie sie selten vorkommt“, so Stamm. Sie galt der Frau, die unzähligen anderen Frauen zu einem menschenwürdigen Leben verholfen habe, schrieb Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in ihrem Grußwort. Guntram Schneider, Minister für Arbeit und Soziales, betonte ihr sozialpolitisches Engagement, das weit über Dortmund hinausreiche. Es sei auch ihr Verdienst, so Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass Prostitution mittlerweile kein Tabuthema mehr sei. Polizeipräsident Norbert Wesseler lobte die gute Kooperation der Mitternachtsmission mit der Polizei. „Wir haben uns immer gefreut, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.“

„Mut, Selbstbeherrschung und Leidenschaft“ – diese Merkmale würden Geißler-Helhlke charakterisieren. So stand es bereits in ihrem ersten Praktikumszeugnis aus den 80er Jahren.  Stamm, der die Glückwünsche im Namen der Diakonie und der Kirche überbrachte, zitierte daraus. Sie sei zupackend und impulsiv immer „einseitig auf Seiten der Frauen“ gewesen.

Geißler-Hehlke bedankte sich in ihrer Antwort bei ihrem Team („haltet weiterhin zusammen“), ihrer Nachfolgerin Andrea Hitzke („Weggefährtin, Freundin, Vertraute“) und auch bei den Prostituierten und Betreibern der Clubs. „Oft haben sie mich mit großer Güte überrascht. Und nie ist ein mit Handschlag gegebenes Wort gebrochen worden.“ Das sei mehr, als man von manch anderen sagen könne.

Hitzke übernimmt nun ein „mittelständisches Unternehmen mit zehn Angestellten und 40 Honorakräften und Ehrenamtlichen“.  „Ich persönlich habe viel von dir gelernt“ bekannte sie an ihre Vorgängerin gewandt. Dem Team falle es nicht leicht, sich „von dir zu verabschieden. Denn du warst nicht nur Leiterin, sondern auch Kollegin und für viele von uns auch Freundin.“

So ganz verabschiedet sich Geißler-Hehlke allerdings doch nicht. Denn in ihrem Ruhestand will sie sich um den neuen „Förderverein Mitternachtsmission“ kümmern, den sie im August gegründet hat.

www.mitternachtsmission.de

Die Dortmunder Mittenachtsmission wurde 1918 gegründet. Sie setzt sich ein für Prostituierte, ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel. Andrea Hitzke, die Nachfolgerin von Jutta Geißler-Hehlke, ist seit 1997 stellvertretende Leiterin.

Übernahme von UK/5.9.2012/ubi