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Aktuelles aus der Diakonie

28.11.2011 12:49 Alter: 6 yrs

Diakonie als Filmpartner beim Festival "Übermut"


Die Aktion Mensch fördert das Filmfestival - aus gutem Grund. Das Festival  im SWEETSIXTEEN PROGRAMMKINO IM DEPOT in DORTMUND vom 2. Dezember bis 8. Dezember 2011 bringt außergewöhnliche Filme zu sozialen Themen auf die Leinwand, die man in den gängigigen Kinos oft vergeblich sucht. Dabei haben sich die Festivalorganisatoren bemüht, Partner aus örtlichen Sozialorganisationen zu gewinnen, die jeweils einen Beitrag mit-bewerben und im anschließenden Gespäch die Dortmunder Situation einbringen.

Das Diakonische Werk ist Filmpartner am 4. Dezember. Um 18.30 Uhr läuft an diesem Tag der britische Spielfilm "Die Zeit ihres Lebens", im anließenden Nachgespräch ist u. a. die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, Anne Rabenschlag mit von der Partie.

SO 4. Dezember 2011
18:30 Uhr | DIE ZEIT IHRES LEBENS
im SWEETSIXTEEN PROGRAMMKINO IM DEPOT
Immermannstr. 29

mehr zum Festival und bei der Aktion Mensch unter www.üebermut.de

DIE ZEIT IHRES LEBENS
The Time of Their Lives, GB 2008, 70 Min., Dokumentarfilm, FSK 0, DF, Audiodeskription, UT für Hörgeschädigte

Wenn britische Intellektuelle im Altersheim leben, tun sie das mit Stil. In der Residenz Mary Feilding Guild erscheint man zum Essen in Kostüm und Anzug. Hier wohnen auch Alison, Hetty und Rose, zusammen 290 Jahre alt. Weiterhin zu arbeiten und an gesellschaftlichen Debatten teilzunehmen, ist ihr Lebensinhalt.

Friedlich, aufgeräumt, in einem großen Garten liegt das Mary Feilding Guild Seniorenheim. Morgens treffen sich draußen alte Damen zum Tai Chi. Wer vorübergeht, könnte meinen, hier steht die Zeit still. Dabei ist das, was einige der Bewohner beschäftigt, überhaupt nicht weltfern. Als die Regisseurin Jocelyn Cammack zum ersten Mal mit der 102-jährigen Hetty Bower spricht, weiß sie, dass sie den Stoff für einen neuen Film gefunden hat – eine Utopie vom Alter, wie es sich vermutlich jeder wünscht.


Marschieren für den Frieden

Hetty stützt sich auf einen Stock. Aber sie ist so gut zu Fuß, dass sie täglich lange Spaziergänge macht. Früher war sie Mitglied der Labour-Partei, und bis heute lässt ihr die Politik keine Ruhe. Sie schimpft auf Tony Blair, weil er über die Gründe für den Irakkrieg gelogen habe. Seit ihrer Jugend nimmt sie an Friedensmärschen teil. Zur Zeit der Dreharbeiten geht sie zum 84. Mal demonstrieren. »Meine Lebensfreude«, sagt sie, beziehe ich aus der Fähigkeit, andere Menschen zum Frieden zu erziehen.«

Abstoßende Tischmanieren

Protestmärsche sind nicht die Sache von Rose Hacker. Sie mischt sich lieber mit Worten ein. Als älteste Kolumnistin des Landes schildert die 101-Jährige das Leben im hohen Alter. Fast erblindet, tippt sie ihre Artikel nicht selbst, sondern diktiert sie einem Helfer. Ungeschönt beschreibt sie, wie es sich anfühlt, die Kontrolle über den Körper zu verlieren. Ganz Dame, isst sie zum Beispiel lieber allein auf ihrem Zimmer: »Ich habe abstoßende Tischmanieren, weil ich nicht mehr richtig sehe«, erklärt sie. Wenn es um Politik geht, versteckt sie sich hingegen nicht: Bei Friedenskundgebungen tritt sie als Rednerin auf.

Emanzipiert und selbstironisch

Früher war auch Alison Selford, 87, aktive Linke. Inzwischen, sagt die Schriftstellerin und Journalistin, sei sie konservativer geworden. Labour habe gegen Margarete Thatcher schwach ausgesehen, seitdem hat Alison Sympathien für das Establishment. Mehr als Politik interessiert sie ihre gegenwärtige Arbeitsleistung: »Ich empfehle nicht, 87 zu sein. Erledigen Sie wichtige Dinge vorher«, meint sie selbstironisch. Beim Schreiben hält ihre Konzentration nicht mehr sehr lange vor. Emanzipiert schon in einer Zeit, als Männer Vormund ihrer Frauen waren, ist ihr Urteil über das andere Geschlecht nicht sehr versöhnlich: »Gute Männer sind selten, finden Sie nicht?«

Das Glück, eigenständig zu leben

1876 im Norden Londons gegründet, ist die exklusive Residenz Mary Feilding Guild bis heute vorbildlich. Die kleine Zahl an Bewohnern wird intensiv betreut. Hetty, Rose und Alison sind hier heimisch geworden, ohne sich zurückzuziehen. Ihr Beispiel macht Mut, sich dem Altern zu stellen. Ohne zu vergessen, wie viel Glück es braucht, seine letzten Jahre so aktiv und eigenständig zu gestalten.

28.11.2011