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Aktuelles aus der Diakonie

16.07.2015 10:52 Alter: 2 yrs

Bundestagsabgeordnete besuchen Pluspol-Azubis


Die Bundestagsabgeordneten Sabine Poschmann und Ulla Schmidt besuchten am 15. Juli 2015 das Arbeitsprojekt „Pluspol“ des Diakonischen Werkes Dortmund und Lünen gGmbH. In der Küche des Jugendhilfezentrums Johannes Falk trafen sie auf die Diakonie-Geschäftsführerin Anne Rabenschlag, Fachbereichsleiter Rainer Klein, das Ausbildungsteam um Petra Klein und vor allem auf 5 aktuelle Azubis. Die Verantwortlichen des Diakonischen Werkes für das Ausbildungsprojekt Pluspol sowie die anwesenden Auszubildenden kamen mit den Politikerinnen in ein intensives Gespräch. Die Azubis berichteten authentisch, offen und sehr persönlich über ihre jeweiligen Probleme und Entwicklungsschritte. Alle hoben die Bedeutung durch die Begleitung an ihrer Ausbildungstätte hervor, wie wichtig das "Geländer" (Rabenschlag) in ihrer Entwicklung gewesen sei.

Pluspol umfasst zum einen ein Zuverdienstprojekt für psychisch kranke Menschen im Bereich Reinigung und zum anderen bereits seit über 10 Jahren einen Ausbildungsbereich für benachteiligte Jugendliche und junge Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Ausbildungsprojekt ist ein Gemeinschaftswerk von Psychiatrie und Jugendhilfe.

Die benachteiligten Jugendlichen kommen überwiegend aus dem Bereich der erzieherischen Hilfen des Ev. Jugendhilfezentrums Johannes Falk. Die Menschen mit Beeinträchtigungen sind meist schon deutlich über 20 Jahre alt und haben aufgrund schwieriger Lebensumstände, nicht gradlinig verlaufender Lebensbiografien und Einbrüche aufgrund ihrer Erkrankung noch keine Ausbildung anfangen können. Es handelt sich überwiegend um Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Bei Pluspol waren und sind aber auch Menschen mit anderen Beeinträchtigungen wie körperlichen Behinderungen, Lern- oder Sinnesbehinderungen sowie Suchterkrankungen beschäftigt. Hinsichtlich des Alters gibt es oftmals eine bunte Mischung zwischen 17-jährigen Jugendlichen und 40-jährigen Menschen mit Beeinträchtigungen.

Pluspol bildet aus in den Ausbildungsberufen Fachpraktiker Küche, Fachpraktiker Gastronomie, Hauswirtschafter/in sowie Koch/Köchin. Derzeit machen 7 Azubis ihre Ausbildung bei Pluspol. Je nach Anfrage und Bedarf variierte die Anzahl der Auszubildenden in den letzten Jahren zwischen 6  und 14 Auszubildenden.
Hauptstandort der Ausbildung ist die Großküche des Jugendhilfezentrums Johannes Falk in Dortmund-Sölde. Weitere Ausbildungsstätten befinden sich in der Großküche der medizinischen Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke (Friederike-Fliedner-Haus) in Hörde sowie demnächst auch im Tagungs- und Kulturzentrum Wichern in der Nordstadt.

Die anleitenden Ökotrophologinnen und Köche haben Spaß daran, gerade denjenigen Jugendlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen zu einem Ausbildungsabschluss zu verhelfen, die ansonsten auf dem Ausbildungsmarkt keine Chancen haben. Die Beschäftigung läuft hierbei entweder über direkte Anstellung beim Diakonischen Werk oder über die Kombination mit Bildungsträgern. Erfreulicherweise gibt es bei den Auszubildenden kaum Abbrüche und zur Freude der Anleiter/innen schließen die Auszubildenden von Pluspol bei den Prüfungen vor der Landwirtschaftskammer bzw. vor der IHK gegenüber Auszubildenden von anderen „normalen“ Betrieben sogar besser ab. Das positivste ist hierbei letztendlich, dass ein Großteil unserer Auszubildenden im Anschluss an ihre Ausbildung auch eine reguläre Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten kann.

Diese Inklusion gelingt aber nur dadurch, dass die benachteiligten Jugendlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen erst einmal ein Korsett und einen Schutzraum benötigen, um über intensive individuelle Begleitung „aufgepäppelt“ zu werden. Erst dann können sie zunehmend an die Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes herangeführt werden. Dies passiert natürlich schon während der Ausbildungsphase gemäß Ausbildungsordnung der verschiedenen Ausbildungsberufe über verschiedenste Praktika in gastronomischen Betrieben und Unternehmen / Organisationen in Dortmund und Umgebung. Gleichwohl hat das Diakonische Werk -  und vor allem die Auszubildenden – leidvoll erfahren müssen, welche Vielzahl von Stolpersteinen es immer wieder und z.T. andauernd gibt, die die Teilhabe am beruflichen Leben erschwert.

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16.7.2015/RK