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13.08.2015 12:32 Alter: 2 yrs

Blickpunkt Zuwanderung: Vorstandsmitglied der Diakonie Deutschland Maria Loheide besuchte die Diakonie Dortmund


Vorstandsmitglied der Diakonie Deutschland Maria Loheide besuchte die Diakonie Dortmund

Maria Loheide gehört zum dreiköpfigen Vorstand der Diakonie Deutschland, dem Bundesverband mit Sitz in Berlin und ist hier für Sozialpolitik zuständig. Am 12. August besuchte sie mit einer Delegation das Diakonische Werk Dortmund und Lünen gGmbH. Im Blickpunkt stand dabei die Zuwanderungs- und Flüchtlingssituation in Dortmund. Maria Loheide besuchte u. a. die Ökumenische Beratungsstelle „Willkommen Europa“ und die Flüchtlingseinrichtung „Phoenix-Haus“ in Hörde, sprach mit den Mitarbeitern und machte sich ein Bild von der konkreten Problematik vor Ort und den Angeboten der Diakonie. Besonders beeindruckt war sie von den Schilderungen der existentiellen Nöte von EU-Zuwanderern.

In der am selben Tag veröffentlichten Presseerklärung der Diakonie Deutschland heißt es:

Dortmund, 12. August 2015  Die Diakonie Deutschland hält es für falsch, den West- Balkan als Drittstaatenenklave innerhalb der EU zu isolieren. "Die Menschen, die aus Bosnien, Serbien, Mazedonien, Kosovo und Albanien zu uns kommen, sollten bei uns eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen und auch die Möglichkeit erhalten, sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, die sich am Mittwoch über die Flüchtlingsarbeit der Diakonie Dortmund informierte. "Viele von den Zuwandernden können insgesamt vom europäischen Arbeitsmarkt profitieren."

Überlegungen zur Wiedereinführung der Visumpflicht, die Einstufung von Albanien, Montenegro und dem Kosovo zu weiteren sicheren Herkunftsländern sowie die Planung von Abschreckungsmaßen, lehnt Loheide mit Nachdruck ab. "Diese Maßnahmen verhindern nicht, dass Menschen ihr Land verlassen. Stattdessen sollten vereinfachte Verfahren der legalen Einwanderung  angestrebt werden." Von den knapp zwei Millionen Einwohnern des Kosovo haben sich 800.000 Menschen zwischen 1990 und 2002 im deutschsprachigen Raum aufgehalten, teilweise sind sie hier geboren. Viele könnten an diese Verbindung anknüpfen, mitunter sprächen sie besser Deutsch als Albanisch, betont Loheide.

Loheide, die sich auch im Kosovo über die Situation der Menschen informierte:
"Wir  brauchen zügig eine gesamteuropäische Unterstützung für die Region, um den Menschen dort bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, damit die Fachkräfte, die beim Aufbau einer guten Infrastruktur dringend gebraucht werden, auch in ihrer Heimat eine lohnenswerte Perspektive haben."

Zum 1. August.2015 ist für abgelehnte Asylsuchende aus den West-Balkanländern, die zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt worden sind, eine Gesetzesverschärfung in Kraft getreten. Deutsche Behörden können in diesen Fällen eine Wiedereinreisesperre für den gesamten EU-Schengenraum verhängen. Dann sind noch nicht einmal Besuche von Familienmitgliedern in der EU erlaubt. Diese Regelung wurde bisher nur bei Ausweisungen für Straftäter und bei Abschiebungen angewandt.

Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband ist der Dachverband der Diakonischen Werke der evangelischen Landes- und Freikirchen sowie der Fachverbände der verschiedensten Arbeitsfelder. Zur Diakonie gehören etwa 30.000 stationäre und ambulante Dienste wie Pflegeheime, Krankenhäuser, Kitas, Beratungsstellen und Sozialstationen mit 470.000 Mitarbeitenden und etwa 700.000 freiwillig Engagierten.

Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin

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13.8.2015/rr